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"100 Jahre St. Helena-Schule"

Schulchronik zeigt Fachschule im Spiegel von Zeit und Profession

Im Jahr 2021 besteht die älteste sozialpädagogische Fachschule Triers und der weiteren Region, die heutige St. Helena-Schule, Höhere Berufsfachschule Sozialassistenz und Fachschule für Sozialwesen, genau 100 Jahre.

Nach der Gründung im Jahr 1921 als eine der frühen katholischen Ausbildungsstätten in Deutschland war die Fachschule 50 Jahre in Trägerschaft der Ursulinen vom Calvarienberg/Ahrweiler, seit 1971 wird sie vom Bistum Trier verwaltet.

Zum dreifachen Jubiläumsjahr – 100 Jahre Gründung, 75 Jahre Wiedereröffnung nach dem Schulverbot und 50 Jahre Trägerschaft Bistum Trier – ist nun eine umfassende, illustrierte Buchpublikation mit dem Titel „100 Jahre St. Helena-Schule Trier. Eine Fachschule im Spiegel von Zeit und Profession“ erschienen. Die Bischof-Stein-Stiftung hat die Drucklegung mit einem Förderzuschuss unterstützt.

Die sozialwissenschaftliche Perspektive von Prof. Dr. Veronika Verbeek (Hochschule Koblenz) und die historische Perspektive von Dr. Andrea Fleck (St. Helena-Schule Trier) erlaubten, die Schulchronik im Kontext von 100 Jahren Zeitgeschichte und eines andauernden Professionalisierungsdiskurses in Bezug auf den Erzieherberuf zu betrachten. Für das Projekt wurden erstmalig historische Dokumente aus Schul- und Bistumsarchiv analysiert, 30 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen befragt und für die jüngere Zeitgeschichte aktuelle Publikationen über die Fachschule ausgewertet. Im Rahmen des Projekts entstand eine Filmdokumentation von Jonathan Flesch über einige der Zeitzeuginnen-Gespräche, die zusammen mit dem Buch publiziert wird.

Viele interessante Ergebnisse für die katholische Erzieherausbildung in Trier, über das älteste Kindergärtnerinnen-Seminar in der Stadt und in der weiteren Region können auf diese Weise erstmalig öffentlich werden. Auffallend innovativ ist z.B. die bereits im Jahr 1924 erfolgte Gründung einer noch heute berufspolitisch aktiven Bundesarbeitsgemeinschaft durch die erste Leiterin des Trierer Kindergärtnerinnenseminars, die dann auch den ersten Vorsitz übernahm. Offen werden die Vorläufer des Schulverbots ab 1939 während der NS-Diktatur aus den Schulakten herausgearbeitet. Mit dem Ziel, die Ausbildung in der Region sehr gut aufzustellen und Frauen eine qualifizierte Berufstätigkeit zu ermöglichen, flexibilisierten die Schulleiter während der ersten Qualitätsdebatte in den 1970er Jahren das Ausbildungsangebot. Aus der Kenntnis inhaltlicher Kontinuitäten über die Zeit ergeben sich verschiedene Impulse für Zukunftsaufgaben in der Ausbildung.

Im Jahr 2022 wird das Projekt auf die Historie weiterer Ausbildungsstätten (z.B. Caritas-Schwesternseminar, staatliche Ausbildungsstätten) ausgeweitet und in Vorträgen und Fachbeiträgen öffentlich. Wichtige Themen ergeben sich zudem in Bezug auf die Rolle von Ausbildung im Kontext der mittlerweile bekannt gewordenen Schädigung von Kindern in Kinderheimen und Kindererholungsstätten bis in die 1970er Jahre.

Das Buch über die älteste Ausbildungsstätte in Trier kann beim Verlag und im Buchhandel für 20 Euro erworben werden. Mit einem Umfang von 400 Seiten, mit über 150 Bild- und 3 Filmdokumenten richtet es sich an professionsgeschichtlich Interessierte und natürlich an die vielen Absolvierenden der heutigen St. Helena-Schule, ihre Ausbilderinnen und Ausbilder in Fachschule und in Fachpraxis. (red)

„100 Jahre St. Helena-Schule Trier. Eine Fachschule im Spiegel von Zeit und Profession“, Verlag Op gen Beek, ISBN 978-3-9824057-1-1

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